„Was ist die beste Reisezeit für Island?“,

das ist oft eine der ersten Fragen, die im Zusammenhang mit einem Islandurlaub gestellt wird. Hinter dieser Frage steht häufig die Angst vor extremer Kälte und vor Regen, also „schlechtem Wetter“. Denn Island eilt der Ruf voraus, dass es dort immer kalt, grau und regnerisch sei. „Nur den Sommer könne man dort einigermaßen verbringen.“, meinen einige Menschen, die Island noch nie erlebt haben.

Vorurteile über ständig schlechtes Wetter falsch

Nicht umsonst begeistern sich immer mehr Besucher aus der ganzen Welt für Island und kehren wieder und wieder auf die Insel im Nordatlantik zurück. Islands Klima ist viel milder als allgemein vermutet. Es ist geprägt von seiner Insellage am Mittelatlantischen Rücken und dem Einfluss des Golfstroms, der westlich und südlich an Islands Küste entlangfließt.

Die Temperaturen sind zwar deutlich kälter als z. B. in Mitteleuropa, aber es gibt auch im Winter kaum extreme Kälte. Für die Hauptstadt Reykjavik werden in den Wintermonaten Durchschnittstemperaturen von 1-2°C angegeben, die auf bis -10°C nach unten und +10°C nach oben schwanken können. Winter in Island sind also deutlich wärmer als z. B. in Kanada, Russland oder in New York.

Wasser und Strand Mitte August in Island – Raudisandur, Westfjorde

Im Sommer liegen die Durchschnittstemperaturen bei etwa 15°C. Erstaunlich ist, dass der Sommer im Norden mehr warme Tage und weniger Niederschläge mit sich bringt als im Süden, obwohl die Durchschnittstemperaturen im Norden etwas niedriger sind.

Islands Lage am Golfstrom führt dazu, dass milde Luft des Atlantik auf die kalte Luft der Arktis trifft. Das ist die Ursache für die häufigen und plötzlich auftretenden Wetterumschwünge, die oft gepaart sind mit starken Winden. Nicht umsonst gibt es in Island den Spruch: „Wenn dir das Wetter nicht gefällt, dann warte fünf Minuten!“.

Nur Sommer und Winter

Früher gab es in Island lediglich zwei Jahreszeiten: Den Sommer, der von Mitte April bis Oktober dauerte und den Winter.

Vor einigen Jahren gab es für den Tourismus in Island nur ein kurzes Fenster während der Monate von Juni bis August. Wer damals nach Island wollte, der wählte die Sommermonate. Den Rest des Jahres waren die Isländer mehr oder weniger unter sich. Das hat sich in den letzten Jahren massiv geändert. Island wird inzwischen ganzjährig bereist.

Sommer in Island

Während der Sommermonate Juni bis August ist das Wetter am stabilsten, die Temperaturen am höchsten und die Anzahl der Regentag am geringsten. Temperaturen von über 25 Grad sind zwar selten, können aber durchaus vorkommen, vor allem im Norden und im Nordosten. Der Hitzerekord für Island liegt bei über 30 Grad.

Wer das Hochland über die F-Straßen (Hochlandpisten) erreichen will, der kann sie ausschließlich im Sommer befahren. Während des Rests des Jahres sind die Pisten – abhängig von den Witterungsbedingungen – gesperrt. Die Monate Mai bis Juli zeichnen sich zudem durch extrem lange Tage aus, an denen man auch bis spät in die Abendstunden noch ausreichend Licht für alle möglichen Aktivitäten im Freien hat.

Seljalandsfoss an einem langen Sommertag zu später Stunde

Der größte Nachteil eines Islandbesuchs im Sommer sind die vielen Besucher, die man vor allem an den leicht zugänglichen und berühmten Orten antrifft, sowie die höheren Kosten für Hotels, Ferienhäuser und Mietwagen, die während der Hauptsaison verlangt werden. Wer seinen Aufenthalt in einem unserer Ferienhäuser verbringt und damit nicht auf die Essenszeiten in den Hotels angewiesen ist, der kann die langen Tage auch dazu nutzen Islands Attraktionen am späten Abend oder frühen Morgen zu besichtigen. Dabei werden Fotografen nicht nur mit Ruhe, sondern auch mit dem besten Licht belohnt.

Herbst in Island

Bereits ab Ende August und Anfang September beginnt der Herbst in Island. Es gibt mehr Regen als im Sommer und die ersten Herbststürme können auftreten. Gleichzeitig verfärbt sich die Landschaft und bringt die faszinierendsten Gelb- und Rottöne hervor. Die Temperaturen sinken und bewegen sich zwischen 0 und 10 Grad.

Hraunfossar im Herbst

Der Herbst lässt Thingvellir in anderen Farben erstrahlen

Im Herbst sind die Chancen noch recht gut, dass die Hochlandpisten geöffnet sind und das Hochland erreicht werden kann. Zugleich steigen die Chancen auf Nordlichter durch die kürzer werdenden Tage. Der Herbst gilt als die ruhigste Reisezeit in Island. Vor allem für Fotografen bietet eine Islandreise im Herbst durch die Kombination der verschiedenen Möglichkeiten die Chance auf tolle Fotos.

Winter in Island

Die Tage werden teilweise sehr kurz und die Temperaturen sinken noch einmal ab. Minusgrade, Schnee und stürmische Tage prägen den Winter. Wasserfälle frieren zu und die Landschaft wird weiß. Das Hochland ist im Winter nur mit Helikopter oder mit speziell ausgestatteten Fahrzeugen erreichbar. Hier können die Temperaturen auch auf bis zu -20 Grad absinken.

Nordlichter in der Nähe von Vík während einer Winternacht

Doch der Winter in Island bietet viel: An erster Stelle natürlich die Chance Polarlichter zu sehen. Ein klarer Himmel und Polarlichter am Himmel sind die Voraussetzung um das faszinierende Naturschauspiel erleben zu können. Wer Eishöhlen sehen will, der sollte seine Reise nach Island ebenfalls für den Winter planen. Schifahrer haben in Island die Möglichkeit ihr Abenteuer mit Blick auf das Meer oder auf einen Fjord zu genießen. Als weitere Winteraktivitäten können Schneemobiltouren, Gletscherwanderungen, Reittouren und Walsafaris gebucht werden.

Unsere Gäste bei Nordic Lodges können sich in unseren warmen und gemütlichen Ferienhäusern entspannen, oder im Hot Pot die Nordlichter oder die Winterlandschaft beobachten.

Frühling in Island

In den Frühlingsmonaten kann es jederzeit schneien. Aber auch die ersten warmen Sonnenstrahlen machen sich bemerkbar. In den Küstenregionen steigen die Temperaturen langsam an. Die unter einem Eispanzer erstarrte Natur erwacht, und die Pflanzen beginnen zu blühen. Für Ornithologen (Vogelbeobachter) ist das Frühjahr die beste Zeit um Island zu besuchen, denn dann kehren auch die Zugvögel zurück nach Island. Wer die Mischung aus Winter und Frühlingserwachen liebt, der sollte auf jeden Fall in den Monaten von März bis Mai nach Island reisen. Papageientaucher sind meist ab Ende Mai bis Mitte Juli beim Brüten zu beobachten.

Kirche von Budir auf der Snaefellsnes Halbinsel mit Schneelandschaft

Papageientaucher

Herbst, Winter und Frühling gehören (noch?) nicht zur Hauptreisezeit in Island. Die Preise für Unterkünfte und Mietwagen sind geringer. Zudem sind weniger Touristen auf der Insel unterwegs.

Fazit:

„Die beste Reisezeit für Island“ gibt es nicht, auch wenn nach wie vor die meisten Besucher in den Monaten von Juni bis August nach Island kommen. Jede Jahreszeit hat ihren eigenen Reiz. Wen die höheren Preise und die zahlreichen Besucher im Sommer nicht stören, dem bietet diese Jahreszeit die wärmsten Temperaturen und die Möglichkeit das Hochland zu erreichen. Vielleicht ist der Sommer eine gute Wahl für ein „erstes Mal“ in Island. Wer sich von tieferen Temperaturen und Wetterwechseln nicht schrecken lässt, der sollte auf jeden Fall auch die anderen Jahreszeiten ins Auge fassen. Günstigere Preise und weniger Touristen sind neben der veränderten Landschaft die Belohnung dafür.

Was ist die beste Reisezeit für Island?
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